Mittwoch, 20. März 2013

Von Chiang Rai bis Louang Nam tha

Meine lieben Freunde und Verwandten, wie ihr zweifellos schon selbst festgestellt habt fehlt mir hier sowohl Zeit, als auch Motivation im Moment, um viel und ausfuehrlich ueber meinen Trip zu berichten. Da ich eigentlich keine Lust auf halbherzige Eintraege habe, habe ich bisher einfach gar nicht geschrieben.
Allerdings weiss ich, wie wichtig es einigen von euch ist, trotzdem zu verfolgen, wo ich gerade bin und was ich mache, zu wissen, dass es mir gut geht und ich viel viel Spass, Erlebnisse und Freude habe.
Aus diesem Grund werde ich versuchen, weiterhin regelmaessig neue Eintraege zu posten. Bitte seid mir nicht boese, falls diese ab und an nur noch in Stichpunktform sein werden. So bleibt ihr auf dem Laufendem, so kann ich mich zu spaeteren Zeitpunkten einfach an Ereignisse erinnern und meine Blogeintraege letztendlich auch besser zu einem spaeteren Zeitpunkt verfollstaendigen.

Nun zu meiner Reise von Chiang Rai bis Louang Namtha:

Wie schon berichtet, fand ich Chiang Rai nicht wirklich toll. Umso leichter fiel mir die Entscheidung, doch weiter mit Lea in Richtung Louang Namtha zu ziehen. Eigentlich hatte ich zwar die Ueberlegung gehabt, doch noch einen Tag laenger zu bleiben und mir einen Roller zu mieten, um die Umgebung Chiang Rais zu erkunden, mit dem Gedanken, dass es ja irgendetwas besonderes und schoenes dort geben muesse und ausserdem, weil es so einfach gewesen waere, meine Englaender wieder zu treffen, jedoch regnete es am naechsten Morgen und somit war die Entscheidung beim Augenaufschlag am Morgen getroffen.
Und so packten Lea und ich unsere Taschen und machten uns auf den Weg in Richtung Busbahnhof, wo wir nach dem "Local Bus" nach Chiang Kong suchten, der Stadt, die am naechsten am Grenzuebergang zu Houay Xai, Laos lag.
Den Bus zu finden erwies sich als deutlich leichter als gedacht, wir suchten uns Plaetze und warteten darauf, dass der Bus losfuhr. Da die Baenke im Bus unglaublich schmal waren und wir uns nicht vorstellen konnten, zu zweit auf nur einer Bank die Fahrt zu ueberleben, setzten wir uns auf zwei nebeneinander liegende Baenke, quetschten unsere viel zu langen Beine davor und lachten wieder einmal darueber, wie viel zu gross wir zwei relativ grossen Frauen (mit 1,74m und 1,78m) fuer dieses Land mit den vielen kleinen Menschen doch waren.... Das Lachen verging uns jedoch schnell, als der Bus immer und immer voller wurde, und wir uns auf einmal doch zu zweit auf einer Bank wiederfanden. Jedoch zu zweit mit fremden Personen, nicht dass wir dann zusammen gesessen haetten.
Und auf Grund des viel zu kleinen Fussraumes, fingen unser beider Sitzflaechen ziemlich schnell ziemlich unangenehm zu schmerzen und einzuschlafen. Und so sehr, so sehr freuten wir uns, als endlich die ersten Menschen auf dem Weg nach Chiang Kong ausstiegen, und somit immer mehr Platz frei wurde, hofften wir doch, unsere Sitznachbarn wuerden sich selber neue, bequemere (da breitere) Plaetze suchen wuerden. Doch Fehlanzeige. Als der Bus so leer war, dass nur noch neben uns Leute sassen, und einige andere Baenke frei waren, setzte sich meine Sitznachbarin endlich von mir weg, ich seufzte erleichtert, streckte meine Beine aus und freute mich ueber das Prickelnd, dass sich in meinen Pobacken ausbreitete... Lea jedoch, die scheinbar den Ehemann meiner ehemaligen Sitznachbarin neben sich sitzen hatte, hatte nicht so viel Glueck. Denn ebendieser Mann war so erschoepft, dass er staendig an ihrer Schulter einnickte, und somit gar nicht auf die Idee kam, sich von ihr weg und zu seiner Frau zu setzen. Somit hatte sie bis zu unserer Ankunft in Chiang Kong keine Moeglichkeit, ihre Gliedmassen zu strecken oder sich auch nur einfach einmal, fuer eine Minute nur ein klein wenig bequemer zu setzen...

Angekommen in Chiang Kong nahmen wir uns ein Tucktuck zum Grenzuebergang, holten uns unsere Ausreisestempel aus Thailand, setzten uns in ein Longboat und liessen uns endlich nach Laos- Houay Xai uebersetzen.
Dort angekommen fuellten wir - nun beide zum zweiten Mal in unserer Reise nach/durch Suedostasien, den Visumsschein aus und waehrend wir auf unsere Reisepaesse mit den Visa warteten, wurde uns bewusst, dass wir gerade tatsaechlich Thailand verlassen hatten und nach Laos gereist waren. Laos.... Das Land, von dem wir beide bisher nur gutes gehoert hatten, von denen uns so viele berichtet hatten, wie wunderschoen es dort sei, ruhig, ein Ort zum verlieben, wunderschoene Natur, ein toller Platz fuer Wandertouren.
Begeisterung und Aufregung war das Ergebnis dieser Erleuchtung.

Ich hatte mir im Bus ein wenig Zeit genommen, durch meinen Lonely Planet Reisefuehrer zu schauen, da ich mich mit dem Thema Laos eigentlich nur oberflaechlich beschaeftigt hatte, hatte ich doch nicht wirklich viel darueber nachgedacht, tatsaechlich aus Thailand auszureisen, gab es doch wohl dort schon so viel zu sehen und entdecken. Klar hatte ich gewusst, dass ich zu einem bestimmten Zeitpunkt einmal wuerde ausreisen muessen, schon allein aus Visumstechnischen Gruenden, viele Gedanken hatte ich daran allerdings nicht verschwendet. Also nahm ich meinen Reisefuehrer zur Hand und versuchte herauszufinden, was sich fuer mich lohnen wuerde, welche Orte ich gerne sehen wuerde und was es zu erleben gaebe.
Das Louang Prabang auf meiner Liste staende war klar, von irgendjemandem hatte ich einmal gehoert, dass dies einer der wenigen lohnenden Orte in Laos sei. Ansonsten wusste ich allerdings absolut nichts ueber Laos.
Beim blaettern stiess ich jedoch auf ein weiteres Post-it, beim Eintrag "Louang Nam Tha" im Norden, was als guter Ort zum Trekken und Natur erleben angepriesen wurde. Alle Beschreibungen klangen wunderschoen, und so beschloss ich, vor Louang Prabang noch in den Norden zu ziehen, um dort fuer 2 oder 3 Tage mit einem Guide in die Natur aufzubrechen.
Ein wenig traurig war ich jedoch, denn ich war mir sehr sicher, dass dies nun den Abschied von Lea bedeuten wuerde, an die ich mich sehr gewoehnt und die ich sehr zu schaetzen gelernt hatte.
Als wir also in Houay Xai ankamen, berichtete ich ihr von meinem Entschluss, erzaehlte ihr von diesem Ort und - wer haette es gedacht, sie fing an, darueber nachzudenken und waehrend ich zur Bank ging um mir ein wenig laotische Kip zu holen, nahm sie sich meinen Reisefuehrer zu Rat, las sich die entsprechenden Seiten durch und als ich wieder aus der Bank kam, teilte sie mir mit, sie wuerde mich begleiten und haette grosse Lust, mit mir gemeinsam so eine Tour zu machen.
Also beschlossen wir,  uns gemeinsam was zu Essen zu holen und anschliessend nach einem Bus zu suchen, der uns optimalerweise noch am selbigen Abend nach Loung Nam Tha bringen sollte.
Um das bezahlen zu koennen, begab sich auch Lea noch zur Bank um Geld abzuheben und kam 5 Minuten spaeter mit einer geschockten Miene zu mir zurueck. "Hannah, meine Kreditkarte geht nicht. Ich konnte kein Geld bekommen, weder am Automaten noch am Schalter.", waren ihre Worte.
Oh nein! Wenn ich mir vorstelle, soetwas waere mir passiert, ich waere vermutlich in Traenen ausgebrochen.
Das ist das schlimmste, was einem Alleinreisenden passieren kann, nicht in der Lage zu sein, Geld zu bekommen. Denn was macht man alleine in der Fremde ohne Geld.
Ich ueberlegte nicht lange und bot ihr an, mir einfach wenn moeglich per Email oder Telefon ihre Bank zu kontaktieren, mir das Geld auf mein Konto zu ueberweisen und ich wuerde ihr das komplett in bar abheben und auszahlen. So muesste sie zwar ununterbrochen mit einer\ Riesenmenge an Geld rumlaufen, jedoch haette sie wenigstens genug Geld, um die restliche Zeit in Suedostasien ueber die Runden zu kommen.
Gesagt getan, nach einer halben Stunde oder vielleicht sogar laenger in einem Restaurant, ein paar Pommes, einem Sandwich und einigen Fruehlingsrollen, einigen Emails und ein wenig Erholung von diesem Schock begaben wir uns auf die Suche nach einem Reisebuero, wo wir unseren Bus buchen wollten.
Der letzte Bus war nun natuerlich leider schon komplett gebucht, und so suchten wir uns ein Zimmer fuer die Nacht und legten uns erschoepft auf die Betten und fielen bis 19 Uhr in einen erfrischenden Schlaf.
Anschliessend standen wir auf, suchten uns etwas zum Abendessen und gingen wieder ins Bett.

Am naechsten Morgen ging es dann frueh los in Richtung Louang Nam Tha. Auch wenn wir beide inzwischen das staendige Warten auf die Busse und in den Bussen gewoehnt sein sollten, ist es doch jedes Mal wieder unglaublich anstrengend und nervig.
Und leider mussten wir auch auf der Fahrt feststellen, dass die Strassen in Laos sehr kurvenreich und nicht immer perfekt ausgebaut sind.
Doch wir kamen gesund und einigermassen munter an, suchten uns schnell ein Hostel und waren einfach nur gluecklich, endlich in unserer naechsten Station angekommen zu sein, wo wir auch planten, ein wenig Zeit zu verbringen.

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