Mittwoch, 27. Februar 2013

Chiang Mai und Umgebung

Nachdem ich bis 12 Uhr auf der Suche nach einem neuen Hotel war, und auch ziemlich schnell eines gefunden hatte, dessen Zimmer zwar recht abgenutzt, diesmal jedoch wirklich WIRKLICH sauber waren, mich jedoch noch nach besserem umschauen wollten, kehrte ich zu dem bereits erwaehnten "Guesthouse" zurueck, und buchte mir ein Zimmer.
Im Nachhinein gebe ich zu, dass ich dort einen wahren Glueckstreffer gelandet habe - ich habe viel Platz und Ruhe fuer mich, ein schoenes, kuehles Zimmer mit eigenem Bad und das absolute Highlight: Das Hotel hat einen Swimmingpool. Bei diesem Wetter ist das einfach eine wunderbare, kuehle Abwechslung, nach langen Tagesausfluegen.
Da auch dieser Tag nun schon zur Haelfte rum war, nahm ich erneut nur meine Kamera und zog damit durch die Strassen, fotografierte Bananenbaeume, Kokospalmen und allerlei andere, interessante Dinge, die mir so ueber den Weg liefen.
Dieser Bananenbaum zum Beispiel, steht in der kleinen Gasse, die direkt zu meinem Hotel fuehrt.

Abends waren dann endlich auch die englischen Jungs angekommen und wir gingen zusammen etwas Essen (ok, ich gebe es zu, ich habe nichts gegessen, die Hitze verwirrt meinen Koerper hier noch so sehr, dass es Tage gibt, an denen ich einfach nichts essen kann, weil ich absolut keinen Hunger habe. Sowas ist mir noch nie passiert. Aber macht euch keine Sorgen, sobald der Hunger zuschlaegt, hau ich gleich doppelt rein ;) )
Anschliessend gingen wir zu einem thai Boxkampf. Lustige Angelegenheit, begonnen wurde mit etwa 14-15 jaehrigen Jungen, geendet wurde mit einem richtig guten Kampf. Und in der Mitte hab es einen "special fight", bei dem vier Boxer in jeweilsin 2er Gruppen gegeneinander antraten. Das besondere daran war allerdings nicht nur, dass es 4 Boxer waren, sondern auch, dass sie alle Augenbinden angelegt bekamen, und somit blind gegeneinander kaempften, ohne zu wissen, wer wo war.
Einmal haben sie sogar so lange auf den Punktrichter eingeschlagen, bis der zu Boden ging. Und natuerlich kam es haeufig vor, dass man auf seinen Kollegen losging, oder sich von seinem eigenen Schwung, der in die freie Luft traf, zu Boden geworfen wurde.
Wunderschoene, amuesante Beschaeftigung muss das auch fuer sie gewesen sein.

Am naechsten Tag wollte ich nun endlich mal mehr erleben. Deshalb stand ich gegen 9 Uhr auf und machte mich auf den Weg in Richtung Doi Ithanon Nationalpark. Ich hatte keine Tour gebucht, da ich das einfach unverschaemt teuer hier fand, und in meinem Reisefuehrer gelesen hatte, dass das wohl relativ problemlos selbst zu erreichen sei. Haette ich mich da mal nicht so sehr getaeuscht....
Schon in Chiang Mai fing ich langsam an, daran zu zweifeln, ob ich nicht doch lieber einfach ins Hotel zurueckkehren sollte und mein Vorhaben als gescheitert abhaken sollte.
Aber ich waere nicht ich und ich waere nicht alleine nach Thailand gereiste, wenn ich nicht den Willen haette mich da durchzubeissen.
Also suchte ich weiter, bis ich endlich endlich endlich den richtigen Bus (also eigentlich war es ein Sammeltaxi, allerdings funktionieren die hier so ein bisschen wie Busse, nur dass man sich ueberall auf dem Weg beliebig absetzen oder mitnehmen lassen kann) gefunden hatte und endlich auf dem Weg war.
Die Fahrt dauerte etwa eine Stunde und als ich endlich in ChomThong (der Stadt, die dem Nationalpark rund um den Berg Doi Ithanon am naechsten liegt) angekommen war, kam die naechste Herausforderung: Ein Sammeltaxi finden, dass mich relativ guenstig mit zum Eingang des Parks bringen wuerde.
Und das schlimmste an der Geschichte ist wohl, dass all die Taxifahrer weder Englisch, noch Deutsch noch Franzoesisch sprachen.

Doch auch das schaffte ich und war endlich am Eingang des Nationalparks, am ersten, wunderschoenen Wasserfall.
Dort waren viele, thailaendische Jugendliche beim Baden und da sie nicht so schienen, als haetten sie grosses Interesse an meinem Gepaeck und zwei der Maedchen sogar zu mir kamen und anfingen mit mir zu sprechen, zu fragen zo ich her kaeme und sehr an meiner Unterwasserkamera interessiert waren, beschloss ich, mit ihnen schwimmen zu gehen, als sie mich fragten, ob ich Lust dazu haette.

 Anschliessend wollte ich weiterziehen und stellte zu meiner Verzweifelung fest, dass man diesen Nationalpark kaum ohne Auto erkunden konnte. Ausserdem war weit und breit keines der Taxis zu sehen und somit fragte ich mich, ob ich nun ernsthaft die 9 km bis nach Chom Thong zuruecklaufen muesse.
Allerdings hatte ich auch noch keine Lust wieder zurueck zu kehren und hatte einen kleinen, sehr goldenen Tempel erspaeht. Also lief ich los in Richtung des Tempels und als ein Auto neben mir hielt, und ich von den Fahrern auf Englisch gefragt wurde was ich tue und ob ich einen Fahrer durch den Park braeuchte, nahm ich dankend und erleichtert an.
Auf der Fahrt hoerte ich auf einmal, dass sie sich untereinander auf Deutsch unterhielten. So war ich doch tatsaechlich an drei deutsche Reisende gelangt, die mir den Tag um einiges versuessten und mein Sorge, das hier alles doch nicht so gut alleine zu meistern, sehr im Keim erstickten.






Die Abendgestaltung verlief sehr kurz, ich ueberlegte, ob ich fuer den naechsten Tag einen "Jungle flight" buchen sollte, da ich in Deutschland gehoert hatte, dass dies eine unverzichtbare, wunderschoene Beschaeftigung sei, war jedoch von meinem letzten Abenteuer noch zu erschoepft, um mich um irgendetwas zu kuemmern.
Jedoch gab es eine Sache, die ich noch unbedingt tun wollte. Ich hatte am Tag zuvor eine Buchhandlung entdeckt, in der man gebrauchte Buecher kaufen konnte und seine alten dort dagegen eintauschen konnte.
Und als ich durch diese Buchhandlung gestoebert war, hatte ich festgestellt, dass es dort praktisch die gesamte Sammlung der Buecher einer meiner Lieblingsautorinnen, Marian Keyes gab.
Also ging ich zurueck zum Hotel, holte die zwei "schlechten" Buecher, die meine Papa mir extra fuer die Reise und zum Tauschen mitgegeben hatte (von denen mich eines der beiden allerdings doch tatsaechlich so sehr gefesselt hatte, dass ich es gelesen hatte) und ging meine Buecher fuer ein Buch von Marian Keyes eintauschen.
Damit - zurueck im Hotel - legte ich mich an den Pool, genoss die letzten Sonnenstrahlen, las und ging mich ab und an im Pool abkuehlen, bevor ich nach einem guten Essen auf dem Nachtmarkt, den Tag fuer beendet erklaerte, und ins Bett ging.

Horrornacht

Nach meinem ersten, schoenen (wenn auch anfangs nicht ganz einfachen) Tag in Chiang Mai folgte... Eine absolute Horrornacht.
Ersteinmal fiel es mir unheimlich schwer einzuschlafen. Aber gut, damit kann man noch leben, denn abgesehen davon, dass ich noch keine grossartige Aktivitaet fuer den naechsten Tag gebucht hatte, war mein Plan auch einfach noch einmal die Stadt zu erkunden, und mir einen angenehmen, ruhigen Tag zu machen, nach dem ganzen Stress in Bangkok.
Doch als ich nach einigen Stunden einfach nur noch einmal auf die Toilette gehen wollte kam der Schock. Ich machte das Licht an, die Tuer auf und eine Kakerlake fiel neben die Kloschuessel. Eine eklige, riesengrosse, sehr lebendige und krabbelnde Kakerlake.
Erste Reaktion: Ich warf die Tuer zu, all mein Hab und Gut auf mein Bett und fing an mein Zeug zusammen zu packen und mich anzuziehen.
Dann der Gedanke: Wo willste denn jetzt bitte um 3 Uhr nachts hin? Auf der Strasse sind auch nicht grade weniger Kakerlaken. Also ueberlegen, was soll ich jetzt machen? Ruhig schlafen mit dem Gedanken, dass sich eine Kakerlake in meinen Rucksack oder meinen Schuh einnisten wuerde, konnte ich absolut abhaken.
Also stand noch zur Wahl, das Viech zu toeten.
Und so gerne ich auch immer erzaehle, dass ich vor Spinnen und aehnlichem Kriechgetier keine Angst habe, Ekel habe ich dafuer umso mehr. Und Angst, dass sie mich beruehren irgendwie auch. Klar sagt mir mein gesunder Menschenverstand, dass die mir gar nichts koennen, aber trotzdem, WAS IST WENN DIESES DING MICH AUFFRISST?????
Nein, hoeren wir auf damit, so schlimm wars dann doch nicht. Aber wo eine ist koennten mehrere sein, und ich wollte beim besten Willen nicht, dass sich so ein Viech von der Decke aus in mein Haar fallen laesst oder aehnliches. Also ueberlegte ich, wie ich gegen den schwarzen Kaefer des Boesen vorgehen konnte. Als erstes fiel mir Insektenspray ein. Okay, es war Moskitospray, aber in dem Moment war das fuer mich einerlei.
Also ging ich zurueck an die Badezimmertuer, riss sie auf und spruehte was das Zeug hielt in Richtung Kakerlake.
Diese rannte sofort so weit wie moeglich weg, und vor Schreck dass sie rannte, fing ich an zu schreien, warf die Badezimmertuer zu und rannte auf mein Bett. Und es wurde noch schlimmer, als ich den naechsten Versuch unternahm, sie zu laehmen oder zu vergiften oder irgendetwas in der Art zu tun (diesmal jedoch mit Haarspray, das erschien mir klebriger und damit fuer die Kakerlake gefaehrlicher) rannte sie nicht von mir weg, sondern in den dunkelsten Winkel den sie finden konnte: auf mich zu, unter der Badezimmertuer durch unter den Teppich. Dieses Biest. Ich riss also den Teppich weg und sie rannte zurueck ins Bad.
Ich spruehte hinter ihr her, was das Zeug hielt.
Als ich danach auf den Gedanken kam, meine Sachen aus dem Bad zu holen, da ich diese unmoeglich am naechsten Tag im Hotel zuruecklassen wollte, lugte ich vorsichtig in alle Ecken, um ihr auch ja nicht ueberraschend zu begegnen (natuerlich immer noch mit Haarspray bewaffnet), doch sie war verschwunden. Wie vom Erdboden verschluckt.
Panik kam wieder in mir auf, was, wenn sie es unbemerkt unter mein Bett geschafft hatte?
Ich suchte also das ganze Zimmer ab - ohne Erfolg.
Doch als ich zurueck ins Bad kam, fiel mir ein winziges, aber sehr fuer Erleichterung sorgendes Detail auf: Der Deckel des Abflusses der Dusche war verrutscht. Sie musste sich also in den Abfluss gefluechtet haben.
Ich spruehte noch ein letztes Mal wie eine Wilde darauf los (vermutlich sehr nutzlos, denn so ein Abfluss kann bekanntlich sehr tief sein), schob den Deckel wieder ueber das Loch und stellte vorsichtshalber noch den Muelleimer oben drauf.
Sehr erleichtert und auch ein bisschen stolz, diesen Kampf gewonnen zu haben, legte ich mich schlafen.
Naja, von schlafen kann nicht mehr viel die Rede sein, es wurden zu zwei Stunden angespanntem Schlaf bis ca 9 Uhr. Danach zog ich mit Sack und Pack wieder auf die Suche, nach einem anderen Hotel. Diesmal, so hoffte ich, ein wenig sauberer.

Mehr zu meinen ersten Tagen in Thailand

Es gab so viele unglaubliche Dinge zu sehen in Bangkok. Wie ich ja schon geschrieben habe, war ich die meiste Zeit mit Richard aus England unterwegs, was für mich sehr angenehm war, da er super nett, entspannt, unaufdringlich ist. Ich bin wirklich ein wenig traurig, dass wir uns jetzt getrennt haben, da er nur 3 Wochen in Thailand ist und morgen Richtung Inseln reist, ich jedoch lieber erstmal in den Norden wollte, aus Angst, danach nicht mehr in den Süden zu wollen.
Mit ihm habe ich auch abgesehen von ein paar Stunden die gesamte Zeit verbracht, wir haben zusammen eine Longboattour gemacht, auf der wir so viel von Bangkok gesehen haben, das einem den Atem geraubt hat. Wir haben die Häuser der ärmsten Armen gesehen und andere, die wirklich reichen Menschen gehören müssen. Wunderschön, teilweise nur auf stelzen im Wasser stehend, was leider bei so manchen sehr fatal, halb versunken in den Fluten des Flusses endete.... Andere waren sehr modern, mit dem Garten grenzend an den fluss, eine absolut wunderschöne Traumlage mitten in der riesigen, geschäftigen, immer lauten Großstadt, vermutlich eine ruhige Oase, Zuflucht vor dem Stress für die Bewohner. Beneidenswert...
Anschließend, als wir von der Anlegestelle am Palast weiter nach chinatown laufen wollten (das mit den Entfernungen auf der Karte müssen wir wohl nochmal üben.... Das hätte Stunden gedauert) mussten wir zuerst durch haufenweis Kitsch- und Kramständen laufen, es ist unglaublich, was dort verkauft wird. Das ist wie ein Flohmarkt nur viel größer, mit mehr essensständen und mehr Ständen mit neuwertigem, billigem Kitsch. Es gab Stände, an denen man nur gebrauchte Schuhe und Jeans sah. Und andere, an denen man gebrauchte Haushaltsgegenstände in äußerst zweifelhaftem Zustand kaufen konnte. Und an einem stand, der frische Früchte verkaufte, lag im Schatten eines Baumes, in einer hängematte (die hier ja nur aus Netzen bestehen) ein Baby zum Mittagsschlaf. Einfach so, in der unglaublichen Hitze, bei all dem Lärm, von den Eltern in der hängematte gewogen... Das war ein unglaubliches Bild. Ich ärgere mich so sehr darüber, dass ich in meiner Kamera ausgerechnet den kaputten Akku hatte, der nach 5 Minuten leer ist und ich somit kein Foto machen konnte :(

Gestern Nacht fuhr ich dann weiter nach Chiang Mai. Die Fahrt war unerwartet bequem, in einem zwar sehr alten Bus, doch waren wir nur zu 9. und somit hatte jeder eine gesamte sitzreihe für sich. Außerdem waren die Sitze sehr weit zurücklehnbar und man hatte einen unvorstellbar großen Fußraum. Somit schlief ich schon in Bangkok ein, der Schlaf war zwar häufig unterbrochen, aber ehrlich gesagt habe ich mich gefreut, ab und an was von der Landschaft zu sehen (so man bei der Dunkelheit was erkennen konnte). An zwei Stellen habe ich direkt neben der Fahrbahn Kleine Flächenbrände gesehen, nicht größer als unser Vorgarten aber doch beängstigend, da an der ersten stelle auf einer großen Fläche mehrere dieser Brände auf eine große Wiese verteilt waren... Ein Polizeiauto stand vor dieser Wiese, ob und was sie dort gemacht haben weiß ich nicht. Wie die Brände zustande kamen auch nicht. Die Autofahrer (und auch unser Busfahrer) schienen äußerst unbeeindruckt davon. Also: was das genau war? Keine Ahnung!
In Chiang Mai angekommen (gegen halb 7) wurden wir von einem sammeltaxi abgeholt, unsere Rucksäcke wurden auf dessen Dach geworfen und wir wurden zu einem guesthouse gebracht, in dem Zimmer frei waren. Aber als ich die Räume dort sah, war mir sehr schnell klar, dass ich HIER nicht bleiben wurde: total ungemütliche, dreckige Räume, die Betten sahen äußerst instabil aus und ob da jemals geputzt wird ist meines Erachtens nach fragwürdig.
Also machte ich mich mit meinem Gepäck auf dem Rücken auf die Suche nach einem der Unterkünfte, die in meinem Reiseführer empfohlen wurden. Da ich nach einigem herumirren immer noch nicht den Eindruck hatte, irgendwo jemals ein Straßenschild zu finden, nahm ich mir ein tucktuck, und lies mich zu dem hostel fahren. Zu meiner Enttäuschung war es noch geschlossen und als es nach einigem warten geöffnet wurde die Enttäuschung: keine Räume mehr frei. Also machte ich mich auf den Weg, ein anderes Hotel, was im Reiseführer aufgeführt war, zu suchen, das in der selben Straße lag. Während ich, mit dem Buch in der Hand vor mich hin wanderte, hielt ein vielleicht marrokanisch aussehender Mann auf einem Fahrrad neben mir und fragte mich auf englisch, ob ich eine Herberge suche. Ich bejahte, sagte jedoch gleich, ich würde mir die aus dem Führer ansehen wollen und fragte, ob er eine andere, gute kenne. Denn hier in Thailand lebt man, sogar schon nach den Erfahrungen nur zweier Tage, mit der ständigen Skepsis hilfsbereiten Menschen gegebenüber. Die sind zwar immer äußerst nett und nehmen sich viel Zeit, dir Dinge zu erklären, jedoch meistens nur, weil sie dafür bezahlt werden, Touristen anzulocken.
Jedoch antwortete dieser, dass das guesthouse echt schön sei, in dem er gerade wohne und bat an, zu fragen, ob dort wohl noch Platz für mich wäre, handelte den Preis pro Nacht noch um 50 baht runter und begleitete mich dorthin. Unterwegs stellte sich heraus dass er in Berlin lebt und somit war das gestammel auf englisch beendet und wir unterhielten uns lebhaft auf deutsch - schon wieder sehr seltsam, deutsch zu reden, nachdem ich das in den letzten Tagen nicht einmal gemacht hatte.
Er bot mir an, mein Gepäck auf seinem Zimmer abzustellen, während ich wartete, dass die Zimmer um zwölf eincheck bereit waren, sagte er würde zum frühstücken und schreiben (er ist Schriftsteller und schreibt seit 7 Jahren an einem Roman, der in den nächsten 3 Monaten fertig werden muss) in ein Cafe gehen, ich könne duschen, schlafen, mitkommen, wie auch immer mir beliebe. Oder auch weiterziehen und schauen, ob ich etwas anderes fände, dass mir mehr zusage.
Nachdem er gegangen war, fing ich wieder an, nach schönen Unterkünften zu suchen. Denn als ich das Bad sah, war ich etwas abgeschreckt: winzig, mit dusche über der Toilette. Nicht so mein Fall.
Also machte ich mich auf, ein Anlage zu suchen, auf der mehrere Bungalows vermietet werden, sogar mit einem dazugehörigen Pool, anscheinend "die bagbacker absteige schlechthin". Leider natürlich voll belegt. So ein Mist. Also lief ich die Straße nochmal ein Stück zurück, und sah dort einen wunderschönen Hof, der wohl auch zu einem guesthouse gehörte. Nicht lange gefackelt, fragte ich nach einem Zimmer und Preisen, sah mir die gemütlich eingerichteten, aber sehr schlichten Zimmer an, und beschloss, hier zu bleiben. Um ehrlich zu sein ist es nicht die schönste Unterkunft, noch dazu nachdem ich mit dem ersten hostel so verwöhnt wurde, aber es kommt weder ekel auf, wenn ich Barfuß rumlaufe, noch stört es mich, in meinem Hüttenschlafsack zu schlafen.
Insofern bin ich sehr zufrieden. Das waschbecken ist zwar leider ein bisschen eklig, aber das ist nicht weiter schlimm, die Wäsche habe ich dann halt in meinen Händen unter der dusche gewaschen und zum zähneputzen nehme ich sowieso das Wasser aus der Flasche.
nachdem ich mir den Reiseführer noch einmal näher angeschaut hatte, und feststellte, dass Chiang Mai an sich nicht so spannend ist, sondern eher die Umgebung, machte ich mich trotzdem auf den Weg, ein wenig herum zu wandern, den Fotoapparat in der Hand und besichtigte einige Tempel. Man muss dazu sagen, dass sich in Thailand wohl fast alle Tempel ein wenig gleichen, doch einer war wundervoll, scheinbar in der Obhut von Mönchen, die ihr "Wohnheim" praktisch daneben stehen hatten. Noch dazu schien die Sonne prall und heiß, wodurch bestimmt einige, wirklich schöne Fotos enstanden sind.
Anschließend, nachdem ich grauenvoll schwitzend auf einmal von der Müdigkeit übermannt wurde, machte ich mich auf den Heimweg, auf dem ich einige Jungen beim baden im Fluss beobachtete. Leider habe ich mich nicht getraut, auch davon ein Foto zu machen, denn hier gilt das als unhöflich und ich habe mich auch nicht getraut, sie zu fragen, ob ich ein Foto machen dürfe. Daran muss ich wohl noch arbeiten!
Auf dem Weg lief ich an einem kleinen Restaurant vorbei, das sehr günstig Frühstück anbot und ich dachte mir im Vorbeigehen, dass ich mir das für morgen früh merken solle. Also drehte ich mich noch einmal um, um mir die Karte anzusehen und mein Blick fiel auf das Mittagsangebot. Also setzte ich mich kurzentschlossen und bestellte ein gelbes Hühnchencurry, Reis und eine Cola. Unbeschreiblich lecker. Nur eine Sache ist mir nun mehrmals aufgefallen und ich finde sehr lustig: Cola und sprite (wie vermutlich auch die anderen softdrinks) schmecken hier total anders.
Halt Stop, eine Sache habe ich vergessen: nachdem ich in diesem wunderschönen Tempel war, ging ich in einen angrenzenden 7/11 (eine Supermarktkette in Thailand, die man an praktisch jeder Straßenecke findet) und holte mir eine Erdbeerfanta. Einfach so, aus Neugierde. Hätte ich mal lieber gelassen, total ekliges pappsüßes Gesöff, aber eine Erfahrung war es wert. Was ich an diesen Läden faszinierend finde ist, dass die dort Getränkspender haben, also nimmst du dir einen Becher, füllst ihn mit dem Getränk deiner Wahl und zahlst dann am Ende ca 37 Cent für einen halben oder dreiviertel Liter Softdrink. Sowas wäre in Deutschland unvorstellbar.
Also, zurück zur Geschichte, ich lief also wieder zurück zum Hotel, mit dem Vornehmen, ein wenig die Basics der Sprache zu lernen und legte mich, dort angekommen auf mein Bett, wo ich 5 Minuten später auch schon eingeschlafen war und schlief für 3 Stunden. Klar irgendwo schade, den Tag so verstreichen zu lassen. Aber ehrlich gesagt tut es mir so gut, gerade einfach mal alleine und für mich zu sein, dass ich hier wohl jetzt bis morgen bleiben werde, und die Ruhe und Erholung nach dem lauten, immer unruhigen Bangkok, genießen werde, bevor morgen die 5 Engländer, die ich in Bangkok kennengelernt habe, ankommen werden, und hier wieder Tohuwabohu herrschen wird.

Außerdem habe ich den Plan, morgen den doi-inthanon Nationalpark zu besuchen und ich vermute, dass ich dazu all meine Energie gut brauchen können werde.

Freitag, 22. Februar 2013

Bangkok

Nach 3-Stuendiger Zugfahrt, ewigem Warten im Flughafen, viel Aufgeregtsein, laaaaaaaaaaaangem, schlaflosem Flug nach Dubai (mit netter Reisebegleitung des Franzosen Joel - klar, ausgerechnet ich sass neben einem Franzosen...), nochmal viiiiiiiiiiiel Warten, noch laengerem und diesmal leider sehr schlafreichem Flug nach Bangkok war ich endlich endlich angekommen. Was fuer ein Glueck.

Und dann der Schock: mein Rucksack kam nicht. Ich dachte ich muesste gleich weinen. Und dann war da auch noch dieser komische Araber, den ich auf dem zweiten Flug kennengelernt hatte, der sich wohl in den Kopf gesetzt hatte, sich zu meinem persoenlichen Reisebegleiter zu machen und der nun einfach nicht von meiner Seite weichen wollte, mich zu sich nach Dubai einlud und unbedingt wollte, dass ich mit ihm ins Hotel komme....
Nach etwa einer halben Stunde warten am Gepaeckband und 5 maligem Fragen bei einer sehr inkompetenten Flughafenangestellten kam mir endlich endlich ein Sicherheitsmann zu Hilfe, der mein Suchen bemerkt hatte und erklaerte mir, dass die Wanderrucksaecke schon auf der anderen Seite des Gepaeckbandes abgelegt worden waren. Was fuer ein Glueck. 2 Minuten spaeter war ich wieder glueckliche Besitzerin meines eigenen Backpacks und lies mich von erwaehntem Araber zu einem Taxi geleiten. Dort verabschiedete er sich (endlich), nachdem er mir seine Handynummer anvertraut hatte. Na gut, ich gebe es zu. Ganz nett war er. Hilfreich auch. Aber irgendwie machte mir diese Offenheit seiner Seite doch ein wenig Angst. Sind die nicht eigentlich alle gegen unverschleierte Frauen? Und einer wildfremden, unverschleierten Frau dann auch gleich eine Safari anzubieten, wenn sie dich mal besuchen kommt, das war mir schon auch reichlich suspekt.

Weiter gings dann am Taxistand, wo ich zwei nette Studentinnen traf, die ausgerechnet in Bamberg studieren. Also fast ein Stueck Heimat. Ausserdem wohnten sie wohl beide in einem Hostel, dass wir in dem Moment fuer in der selben Strasse hielten, weswegen wir beschlossen, uns ein Taxi zu teilen. Super Idee, nur dass es nicht ganz die gleiche Strasse war und mir fast das Herz stehen blieb, als wir vor ihrem Hostel angekommen waren. In Deutschland waere diese Gegend das tiefste Ghetto und dort zu wohnen, das haette mir dann doch irgendwie Angst gemacht. Doch nach kurzer Besprechung mit dem Taxifahrer war klar: Ich war hier noch nicht ganz angekommen...
Nach ca 5 minuetiger Weiterfahrt war ich endlich angekommen und - ich halte es echt fuer ein Wunder - das Hostel sah in Wirklichkeit ganz genau so aus, wie auf den Bildern... (Also Freunde: Schleichwerbung: solltet ihr jemals nach Bangkok kommen, geht ins 3Howw Hostel. Super Lage, ca 5 Minuten von der Khao San Road, immer nette Menschen(dazu komme ich noch), super sauber und echt stylisch. Ich werde versuchen, hier auch auf der Rueck- bzw auf Durchreisen ein Bett zu bekommen...)
Ich bin so begeistert.
Kaum war ich auf meinem Zimmer angekommen und wollte anfangen, meine Sachen ein bisschen zu sortieren, um sicherzugehen, was in den Spint sollte und was nicht, setzte sich mir auch schon ein Chinese (Tony) gegenueber und sprach mich an wo ich denn her komme und was ich jetzt hier wie lange mache. 2 Minuten spaeter setzte sich ein Englaender dazu - Richard. Die beschlossen gemeinsam, zu einer Thaimassage  zu gehen(naja, Richard, das Weichei wollte nur eine Kopfmassage -  die Thaimassage habe ihm zu sehr weh getan) und fragten, ob ich nicht mitkommen wolle. Nicht lange ueberlegt sagte ich natuerlich sofort ja. Erstens: wer will sich nicht gerne massieren lassen und zweitens, die erste Chance neue Freunde zu finden und nette Leute kennen zu lernen.
Also zogen wir los, suchten uns ein Oertchen raus, an dem viele asiatisch aussehnede Menschen sassen und sich massieren liesen und liesen uns dort von drei Masseurinnen nach oben, in ein ruhiges Zimmer mit 3 Matrazen fuehren. Dort wurden wir eine Stunde massiert - fuer 6 Euro umgerechnet... Der Hammer!

Anschliessend gingen wir was Essen und trinken (ThaiBier ist ja sooooo lecker), ein bisschen rumschlendern, Menschen beobachten, Cocktail trinken und Shisha rauchen. Dabei wurden sogar unsere Gespraechsthemen immer intimer, wundervolle Diskussionen wurden gefuehrt, lustige Anekdoten erzaehlt und wir lernten uns wirklich nicht schlecht kennen. Ich haette nie gedacht, dass es so schnell geht, vor allem Menschen zu treffen, mit denen man gleich so auf einer Wellenlaenge ist.
Heute frueh musste Tony leider schon wieder abreisen - die Arbeit in China rief. Also beschlossen Richard und ich, zu zweit eine Bootstour zu machen und danach nach Chinatown zu gehen. Ersteres war unglaublich schoen, wir haben so viele, neue Dinge gesehen, eindruecke gesammelt, die schoensten und die traurigsten Teile Bangkoks gesehen, viel gestaunt.
An einer Stelle wurden Fische mit Brot gefuettert, wir sahen hunderte und aberhunderte von riesengrossen, wunderschoenen Fischen, die an der Oberflaeche schwammen und versuchten, nach dem Brot zu schnappen. Wir sahen Haeuser von sehr reichen Menschen, wir sahen Haeuser von sehr armen Menschen, Haeuser, die halb im Fluss versunken waren... Bestimmt 10 Tempel, die alle irgendwie gleich aussahen.
Es war ein tolles Erlebnis.
Von der Anlegestelle aus ging es gleich weiter mit dem Tucktuck.
Dann Chinatown: vollgestopft von Laeden und Staenden, mit kitschigen Sachen, die kein Mensch braucht, hingegen anscheinend hunderte von Menschen kauft.... Und die Suche nach einem Restaurant war fast ein Ding der Unmoeglichkeit. Also kauften wir uns an einem Strassenstand erstmal Fruechte (er Wassermelone, ich Mango) und genossen dies, im rastlosen Getuemmel Chinatowns. Doch auch das stillte unseren Hunger nicht wirklich, deswegen fingen wir an, in den zahllosen Goldlaeden nach Restaurants zu fragen. Und endlich, endlich fanden wir eins. Sogar ein gutes und wirklich guenstiges.
Essen fuer 60 Baht - knapp ueber einen Euro. Ein komischer Eistee mit Milch (ekelhaft suess).
Und dann wieder mit dem Tucktuck zurueck zum Hostel.
Dann kurz einen Abstecher in die KhaoSan Road, um meine Weiterreise morgen zu buchen. Also, mit den guten Tips meiner Freunde und Familie, ging ich in das erste Reisebuero: Chiang Mai - 600 Baht...
Klingt wenig (ca 20 Euro), aber davon soll ich mich ja nicht taeuschen lassen. Also ging es ins naechste Reisebuero. Auch 600. Also versuchte ich dort, zu sagen : Da habe ichs aber grade fuer 500 bekommen, klappte aber nicht. Also suchte ich weiter. Mal mehr, mal 600, runter wollte keiner mit dem Preis gehen. Also nahm ich letztendlich das Angebot, mit dem Bus morgen ueber Nacht zu fahren. Wenigstens spare ich mir dann das Gerenne und Gesuche nach einem Hotelzimmer am Abend und das Geld fuer eine Nacht im Hostel...
Und dann geht es also morgen nach Chiang Mai.

Mittwoch, 20. Februar 2013

Vor dem Antritt der Reise

Nachdem die Nacht auf 5 Stunden für mich beschränkt war (wohlgemerkt OHNE Wecker), geht es mir heute seltsamer Weise deutlich besser als gestern... Kaum Aufregung, alles ist fertig, eigentlich kanns los gehen.

Ich freue mich riesig! Das wird bestimmt spitze.

Bis ganz bald, meine lieben Freunde, meine tolle Familie! Ich hab euch lieb!

Keine 20 Stunden...

... dann geht es schon los.
Verrückt.
Das sag ich mir jetzt schon seit Sonntag früh. Denn seit Sonntag früh ist mir speiübel. Was habe ich mir denn nur dabei gedacht?? Ganz alleine, ohne eine Menschenseele, die ich kenne, für 2 Monate nach Thailand? Sag mal, hab ich noch alle Tassen im Schrank?
Thailand ist nicht mal eben so um die Ecke. Das ist über 12.000 km von zu Hause entfernt. Da kann man nicht mal eben schnell heim, oder jemanden zu sich holen. Da bin ich dann tatsächlich ganz auf mich alleine gestellt.
Und dann diese andere Angst, etwas zu vergessen. Irgendwas richtig, unglaublich, absolut und ganz und gar Unverzichtbares, wahnsinnig wichtiges.

Und dann kommt noch dieses Gefühl dazu, grade erst wieder nach Hause gekommen zu sein. Eigentlich habe ich grade gar keine Lust, jetzt schon wieder von hier zu verschwinden. Meine ganzen, wunderbaren neuen und alten Freunde für 2 Monate nicht zu sehen. Und meine tolle Familie. Ihr werdet mir alle so sehr fehlen!

Abgesehen davon laufen die Planungen der Reise absolut spitze.
Der Rucksack ist gepackt, es fehlen nur noch ein paar Geräte, deren Akkus aufgeladen werden müssen, dann ab damit in die Handtasche und es kann losgehen, auf die große, weite, lange Reise.
Und was für ein Glück habe ich auch noch, zwei so wunderbare Freundinnen zu haben, wie Rieke und Babsi? Die eine holt mich von zu Hause ab und bringt mich zum Bahnhof, die andere holt mich vom Bahnhof ab und begleitet mich zum Flughafen. Damit ich dann in die weite Welt fliegen kann...

Ja bin ich denn total verrückt?

Mittwoch, 6. Februar 2013

Die Planung

Planen kann man für jede Reise viel.
Angefangen vom Flug, über die Beschaffung von Papieren, Kreditkarten, Impfungen, Reiseapotheken, Reiseausrüstung, bis hin zum tatsächlichen Packen habe ich das auch alles inzwischen gemacht. Na gut, das stimmt so noch nicht ganz. Ich habe die Reiseapotheke auf keinen Fall beisammen. Aber Gedanken habe ich mir darüber schon gemacht.
Ansonsten ist eigentlich fast alles soweit fertig....

Allerdings könnte ich ebenso gut Reiserouten und Aufenthalte irgendwo planen, Hotels oder Hostels buchen, Flüge, Zug- und Busfahrten, Kurse, Massagen, Elefantenreiten, Nationalparksbesuche und so weiter und so fort.

Das Erste, was ich gemacht habe, als ich die Idee hatte (bzw, jemand anderes mir die Idee schmackhaft gemacht hatte), war, mir einen Reiseführer für Süd-Ost-Asien zu kaufen.
Und ich bin ehrlich, ich habe vermutlich die nächsten 24 Stunden damit zugebracht, diesen zu lesen, nach bestimmten Sachen im Internet zu suchen, Zeitpläne aufzustellen und mir Reiserouten zu überlegen.
Nach 24 Stunden hätte es meinen Geschmacks nach schon losgehen können.

Damit kam auch das Erste, was ich für meine Reise gelernt habe: Planen kannst du viel, Ideen sammeln ist das Beste und Spannendste, was du für eine Reise machen kannst. Aber sobald ich in Bangkok ankomme, werde ich mir das Alles sowieso gleich nochmal anders überlegen.
Es gibt so viele Orte, die ich gerne sehen möchte, so viele Sachen, die ich gerne ausprobieren möchte. Und ich werde mit hoher Wahrscheinlichkeit auch einige viele von ihnen besuchen und erkunden.

Doch meine liebste Tina sagte zu mir, als ich Bedenken darüber äußerte, ganz ganz ganz alleine in das große Thailand zu reisen: "Mach dir keine Sorgen, dorthin zu reisen ist, wie ganz viele gute Freunde besuchen zu gehen, die du nur noch nicht kennst! Ich gebe dir eine Stunde, bis du neue Leute kennengelernt hast!"
Außerdem sagte sie mir, dass ich bloß nicht zu viel planen solle, denn Ideen zu haben ist zwar gut, doch ich werde mich sicher irgendwelchen Menschen anschließen, die irgendwo anders hin unterwegs sein werden, einfach weil es so toll klingt, was sie berichten. Oder weil ich so viel Spaß mit ihnen habe.
Und einen weiteren Tipp bekam ich von einer sehr lieben, erfahrenen Thailandreisenden: Frag den erstbesten Menschen auf der Straße woher er grade kommt und wie es dort ist. Und wenn mir das dann gefällt gehe ich ins nächste Reisebüro, und buche eine Reise dorthin.
Ok. Wow. Das klingt nach Abenteuer. Und genau das will und suche ich.

Ich bin mir sehr sicher, dass diese zwei Monate die Besten meines bisherigen Lebens werden. Oder zumindest sehr weit oben auf der Liste, der besten Momente meines Lebens stehen werden.

Die Entstehung der Idee

Eigentlich war der Plan, bis August mal wieder einige Zeit in Deutschland zu verbringen, mit meiner Familie, meinen Freunden von hier, ein bisschen arbeiten, ein oder zwei Praktika zu machen....
Doch wie das so ist im Leben, lief das alles nicht so, wie ich mir das vorgestellt hatte. Die Freunde sind fast alle über ganz Deutschland verteilt, das mit dem Praktikum wird bis Mai irgendwie auch nichts, und ein bis zweimal in der Woche in einer Bar zu arbeiten, füllt die restliche Zeit in meiner Woche auch irgendwie nicht ausreichend.
Wenn ich ehrlich bin, sind all das gute Gründ dafür, mich noch einmal in die Welt auf zu machen, bevor es hier für mich wirklich los geht. Aber "DER GRUND", aus dem ich mich tatsächlich, und sehr spontan, dafür entschieden habe, ist ein anderer. DER GRUND ist, dass ich ein gebrochenes Herz habe. Und ich es dadurch heilen möchte, und mir durch diese Reise beweisen möchte, dass mein Leben, mit 20 jungen Jahren, eigentlich ziemlich übertrieben toll sein kann. Wenn ich dem Schicksal nur nicht die Chance gebe, mich fertig zu machen, sondern das einfach in meine eigenen Hände nehme.