Im Nachhinein gebe ich zu, dass ich dort einen wahren Glueckstreffer gelandet habe - ich habe viel Platz und Ruhe fuer mich, ein schoenes, kuehles Zimmer mit eigenem Bad und das absolute Highlight: Das Hotel hat einen Swimmingpool. Bei diesem Wetter ist das einfach eine wunderbare, kuehle Abwechslung, nach langen Tagesausfluegen.
Abends waren dann endlich auch die englischen Jungs angekommen und wir gingen zusammen etwas Essen (ok, ich gebe es zu, ich habe nichts gegessen, die Hitze verwirrt meinen Koerper hier noch so sehr, dass es Tage gibt, an denen ich einfach nichts essen kann, weil ich absolut keinen Hunger habe. Sowas ist mir noch nie passiert. Aber macht euch keine Sorgen, sobald der Hunger zuschlaegt, hau ich gleich doppelt rein ;) )
Anschliessend gingen wir zu einem thai Boxkampf. Lustige Angelegenheit, begonnen wurde mit etwa 14-15 jaehrigen Jungen, geendet wurde mit einem richtig guten Kampf. Und in der Mitte hab es einen "special fight", bei dem vier Boxer in jeweilsin 2er Gruppen gegeneinander antraten. Das besondere daran war allerdings nicht nur, dass es 4 Boxer waren, sondern auch, dass sie alle Augenbinden angelegt bekamen, und somit blind gegeneinander kaempften, ohne zu wissen, wer wo war.
Einmal haben sie sogar so lange auf den Punktrichter eingeschlagen, bis der zu Boden ging. Und natuerlich kam es haeufig vor, dass man auf seinen Kollegen losging, oder sich von seinem eigenen Schwung, der in die freie Luft traf, zu Boden geworfen wurde.
Wunderschoene, amuesante Beschaeftigung muss das auch fuer sie gewesen sein.
Am naechsten Tag wollte ich nun endlich mal mehr erleben. Deshalb stand ich gegen 9 Uhr auf und machte mich auf den Weg in Richtung Doi Ithanon Nationalpark. Ich hatte keine Tour gebucht, da ich das einfach unverschaemt teuer hier fand, und in meinem Reisefuehrer gelesen hatte, dass das wohl relativ problemlos selbst zu erreichen sei. Haette ich mich da mal nicht so sehr getaeuscht....
Schon in Chiang Mai fing ich langsam an, daran zu zweifeln, ob ich nicht doch lieber einfach ins Hotel zurueckkehren sollte und mein Vorhaben als gescheitert abhaken sollte.
Aber ich waere nicht ich und ich waere nicht alleine nach Thailand gereiste, wenn ich nicht den Willen haette mich da durchzubeissen.
Also suchte ich weiter, bis ich endlich endlich endlich den richtigen Bus (also eigentlich war es ein Sammeltaxi, allerdings funktionieren die hier so ein bisschen wie Busse, nur dass man sich ueberall auf dem Weg beliebig absetzen oder mitnehmen lassen kann) gefunden hatte und endlich auf dem Weg war.
Die Fahrt dauerte etwa eine Stunde und als ich endlich in ChomThong (der Stadt, die dem Nationalpark rund um den Berg Doi Ithanon am naechsten liegt) angekommen war, kam die naechste Herausforderung: Ein Sammeltaxi finden, dass mich relativ guenstig mit zum Eingang des Parks bringen wuerde.
Und das schlimmste an der Geschichte ist wohl, dass all die Taxifahrer weder Englisch, noch Deutsch noch Franzoesisch sprachen.
Dort waren viele, thailaendische Jugendliche beim Baden und da sie nicht so schienen, als haetten sie grosses Interesse an meinem Gepaeck und zwei der Maedchen sogar zu mir kamen und anfingen mit mir zu sprechen, zu fragen zo ich her kaeme und sehr an meiner Unterwasserkamera interessiert waren, beschloss ich, mit ihnen schwimmen zu gehen, als sie mich fragten, ob ich Lust dazu haette.
Anschliessend wollte ich weiterziehen und stellte zu meiner Verzweifelung fest, dass man diesen Nationalpark kaum ohne Auto erkunden konnte. Ausserdem war weit und breit keines der Taxis zu sehen und somit fragte ich mich, ob ich nun ernsthaft die 9 km bis nach Chom Thong zuruecklaufen muesse.
Allerdings hatte ich auch noch keine Lust wieder zurueck zu kehren und hatte einen kleinen, sehr goldenen Tempel erspaeht. Also lief ich los in Richtung des Tempels und als ein Auto neben mir hielt, und ich von den Fahrern auf Englisch gefragt wurde was ich tue und ob ich einen Fahrer durch den Park braeuchte, nahm ich dankend und erleichtert an.
Auf der Fahrt hoerte ich auf einmal, dass sie sich untereinander auf Deutsch unterhielten. So war ich doch tatsaechlich an drei deutsche Reisende gelangt, die mir den Tag um einiges versuessten und mein Sorge, das hier alles doch nicht so gut alleine zu meistern, sehr im Keim erstickten.
Die Abendgestaltung verlief sehr kurz, ich ueberlegte, ob ich fuer den naechsten Tag einen "Jungle flight" buchen sollte, da ich in Deutschland gehoert hatte, dass dies eine unverzichtbare, wunderschoene Beschaeftigung sei, war jedoch von meinem letzten Abenteuer noch zu erschoepft, um mich um irgendetwas zu kuemmern.
Jedoch gab es eine Sache, die ich noch unbedingt tun wollte. Ich hatte am Tag zuvor eine Buchhandlung entdeckt, in der man gebrauchte Buecher kaufen konnte und seine alten dort dagegen eintauschen konnte.
Und als ich durch diese Buchhandlung gestoebert war, hatte ich festgestellt, dass es dort praktisch die gesamte Sammlung der Buecher einer meiner Lieblingsautorinnen, Marian Keyes gab.
Also ging ich zurueck zum Hotel, holte die zwei "schlechten" Buecher, die meine Papa mir extra fuer die Reise und zum Tauschen mitgegeben hatte (von denen mich eines der beiden allerdings doch tatsaechlich so sehr gefesselt hatte, dass ich es gelesen hatte) und ging meine Buecher fuer ein Buch von Marian Keyes eintauschen.
Damit - zurueck im Hotel - legte ich mich an den Pool, genoss die letzten Sonnenstrahlen, las und ging mich ab und an im Pool abkuehlen, bevor ich nach einem guten Essen auf dem Nachtmarkt, den Tag fuer beendet erklaerte, und ins Bett ging.