Mittwoch, 27. Februar 2013

Horrornacht

Nach meinem ersten, schoenen (wenn auch anfangs nicht ganz einfachen) Tag in Chiang Mai folgte... Eine absolute Horrornacht.
Ersteinmal fiel es mir unheimlich schwer einzuschlafen. Aber gut, damit kann man noch leben, denn abgesehen davon, dass ich noch keine grossartige Aktivitaet fuer den naechsten Tag gebucht hatte, war mein Plan auch einfach noch einmal die Stadt zu erkunden, und mir einen angenehmen, ruhigen Tag zu machen, nach dem ganzen Stress in Bangkok.
Doch als ich nach einigen Stunden einfach nur noch einmal auf die Toilette gehen wollte kam der Schock. Ich machte das Licht an, die Tuer auf und eine Kakerlake fiel neben die Kloschuessel. Eine eklige, riesengrosse, sehr lebendige und krabbelnde Kakerlake.
Erste Reaktion: Ich warf die Tuer zu, all mein Hab und Gut auf mein Bett und fing an mein Zeug zusammen zu packen und mich anzuziehen.
Dann der Gedanke: Wo willste denn jetzt bitte um 3 Uhr nachts hin? Auf der Strasse sind auch nicht grade weniger Kakerlaken. Also ueberlegen, was soll ich jetzt machen? Ruhig schlafen mit dem Gedanken, dass sich eine Kakerlake in meinen Rucksack oder meinen Schuh einnisten wuerde, konnte ich absolut abhaken.
Also stand noch zur Wahl, das Viech zu toeten.
Und so gerne ich auch immer erzaehle, dass ich vor Spinnen und aehnlichem Kriechgetier keine Angst habe, Ekel habe ich dafuer umso mehr. Und Angst, dass sie mich beruehren irgendwie auch. Klar sagt mir mein gesunder Menschenverstand, dass die mir gar nichts koennen, aber trotzdem, WAS IST WENN DIESES DING MICH AUFFRISST?????
Nein, hoeren wir auf damit, so schlimm wars dann doch nicht. Aber wo eine ist koennten mehrere sein, und ich wollte beim besten Willen nicht, dass sich so ein Viech von der Decke aus in mein Haar fallen laesst oder aehnliches. Also ueberlegte ich, wie ich gegen den schwarzen Kaefer des Boesen vorgehen konnte. Als erstes fiel mir Insektenspray ein. Okay, es war Moskitospray, aber in dem Moment war das fuer mich einerlei.
Also ging ich zurueck an die Badezimmertuer, riss sie auf und spruehte was das Zeug hielt in Richtung Kakerlake.
Diese rannte sofort so weit wie moeglich weg, und vor Schreck dass sie rannte, fing ich an zu schreien, warf die Badezimmertuer zu und rannte auf mein Bett. Und es wurde noch schlimmer, als ich den naechsten Versuch unternahm, sie zu laehmen oder zu vergiften oder irgendetwas in der Art zu tun (diesmal jedoch mit Haarspray, das erschien mir klebriger und damit fuer die Kakerlake gefaehrlicher) rannte sie nicht von mir weg, sondern in den dunkelsten Winkel den sie finden konnte: auf mich zu, unter der Badezimmertuer durch unter den Teppich. Dieses Biest. Ich riss also den Teppich weg und sie rannte zurueck ins Bad.
Ich spruehte hinter ihr her, was das Zeug hielt.
Als ich danach auf den Gedanken kam, meine Sachen aus dem Bad zu holen, da ich diese unmoeglich am naechsten Tag im Hotel zuruecklassen wollte, lugte ich vorsichtig in alle Ecken, um ihr auch ja nicht ueberraschend zu begegnen (natuerlich immer noch mit Haarspray bewaffnet), doch sie war verschwunden. Wie vom Erdboden verschluckt.
Panik kam wieder in mir auf, was, wenn sie es unbemerkt unter mein Bett geschafft hatte?
Ich suchte also das ganze Zimmer ab - ohne Erfolg.
Doch als ich zurueck ins Bad kam, fiel mir ein winziges, aber sehr fuer Erleichterung sorgendes Detail auf: Der Deckel des Abflusses der Dusche war verrutscht. Sie musste sich also in den Abfluss gefluechtet haben.
Ich spruehte noch ein letztes Mal wie eine Wilde darauf los (vermutlich sehr nutzlos, denn so ein Abfluss kann bekanntlich sehr tief sein), schob den Deckel wieder ueber das Loch und stellte vorsichtshalber noch den Muelleimer oben drauf.
Sehr erleichtert und auch ein bisschen stolz, diesen Kampf gewonnen zu haben, legte ich mich schlafen.
Naja, von schlafen kann nicht mehr viel die Rede sein, es wurden zu zwei Stunden angespanntem Schlaf bis ca 9 Uhr. Danach zog ich mit Sack und Pack wieder auf die Suche, nach einem anderen Hotel. Diesmal, so hoffte ich, ein wenig sauberer.

1 Kommentar:

Tyler hat gesagt…

This is hysterically funny. So sorry that you had to face a cockroach, but it sounds like you got it! Missing you like crazy!