Mittwoch, 27. Februar 2013

Mehr zu meinen ersten Tagen in Thailand

Es gab so viele unglaubliche Dinge zu sehen in Bangkok. Wie ich ja schon geschrieben habe, war ich die meiste Zeit mit Richard aus England unterwegs, was für mich sehr angenehm war, da er super nett, entspannt, unaufdringlich ist. Ich bin wirklich ein wenig traurig, dass wir uns jetzt getrennt haben, da er nur 3 Wochen in Thailand ist und morgen Richtung Inseln reist, ich jedoch lieber erstmal in den Norden wollte, aus Angst, danach nicht mehr in den Süden zu wollen.
Mit ihm habe ich auch abgesehen von ein paar Stunden die gesamte Zeit verbracht, wir haben zusammen eine Longboattour gemacht, auf der wir so viel von Bangkok gesehen haben, das einem den Atem geraubt hat. Wir haben die Häuser der ärmsten Armen gesehen und andere, die wirklich reichen Menschen gehören müssen. Wunderschön, teilweise nur auf stelzen im Wasser stehend, was leider bei so manchen sehr fatal, halb versunken in den Fluten des Flusses endete.... Andere waren sehr modern, mit dem Garten grenzend an den fluss, eine absolut wunderschöne Traumlage mitten in der riesigen, geschäftigen, immer lauten Großstadt, vermutlich eine ruhige Oase, Zuflucht vor dem Stress für die Bewohner. Beneidenswert...
Anschließend, als wir von der Anlegestelle am Palast weiter nach chinatown laufen wollten (das mit den Entfernungen auf der Karte müssen wir wohl nochmal üben.... Das hätte Stunden gedauert) mussten wir zuerst durch haufenweis Kitsch- und Kramständen laufen, es ist unglaublich, was dort verkauft wird. Das ist wie ein Flohmarkt nur viel größer, mit mehr essensständen und mehr Ständen mit neuwertigem, billigem Kitsch. Es gab Stände, an denen man nur gebrauchte Schuhe und Jeans sah. Und andere, an denen man gebrauchte Haushaltsgegenstände in äußerst zweifelhaftem Zustand kaufen konnte. Und an einem stand, der frische Früchte verkaufte, lag im Schatten eines Baumes, in einer hängematte (die hier ja nur aus Netzen bestehen) ein Baby zum Mittagsschlaf. Einfach so, in der unglaublichen Hitze, bei all dem Lärm, von den Eltern in der hängematte gewogen... Das war ein unglaubliches Bild. Ich ärgere mich so sehr darüber, dass ich in meiner Kamera ausgerechnet den kaputten Akku hatte, der nach 5 Minuten leer ist und ich somit kein Foto machen konnte :(

Gestern Nacht fuhr ich dann weiter nach Chiang Mai. Die Fahrt war unerwartet bequem, in einem zwar sehr alten Bus, doch waren wir nur zu 9. und somit hatte jeder eine gesamte sitzreihe für sich. Außerdem waren die Sitze sehr weit zurücklehnbar und man hatte einen unvorstellbar großen Fußraum. Somit schlief ich schon in Bangkok ein, der Schlaf war zwar häufig unterbrochen, aber ehrlich gesagt habe ich mich gefreut, ab und an was von der Landschaft zu sehen (so man bei der Dunkelheit was erkennen konnte). An zwei Stellen habe ich direkt neben der Fahrbahn Kleine Flächenbrände gesehen, nicht größer als unser Vorgarten aber doch beängstigend, da an der ersten stelle auf einer großen Fläche mehrere dieser Brände auf eine große Wiese verteilt waren... Ein Polizeiauto stand vor dieser Wiese, ob und was sie dort gemacht haben weiß ich nicht. Wie die Brände zustande kamen auch nicht. Die Autofahrer (und auch unser Busfahrer) schienen äußerst unbeeindruckt davon. Also: was das genau war? Keine Ahnung!
In Chiang Mai angekommen (gegen halb 7) wurden wir von einem sammeltaxi abgeholt, unsere Rucksäcke wurden auf dessen Dach geworfen und wir wurden zu einem guesthouse gebracht, in dem Zimmer frei waren. Aber als ich die Räume dort sah, war mir sehr schnell klar, dass ich HIER nicht bleiben wurde: total ungemütliche, dreckige Räume, die Betten sahen äußerst instabil aus und ob da jemals geputzt wird ist meines Erachtens nach fragwürdig.
Also machte ich mich mit meinem Gepäck auf dem Rücken auf die Suche nach einem der Unterkünfte, die in meinem Reiseführer empfohlen wurden. Da ich nach einigem herumirren immer noch nicht den Eindruck hatte, irgendwo jemals ein Straßenschild zu finden, nahm ich mir ein tucktuck, und lies mich zu dem hostel fahren. Zu meiner Enttäuschung war es noch geschlossen und als es nach einigem warten geöffnet wurde die Enttäuschung: keine Räume mehr frei. Also machte ich mich auf den Weg, ein anderes Hotel, was im Reiseführer aufgeführt war, zu suchen, das in der selben Straße lag. Während ich, mit dem Buch in der Hand vor mich hin wanderte, hielt ein vielleicht marrokanisch aussehender Mann auf einem Fahrrad neben mir und fragte mich auf englisch, ob ich eine Herberge suche. Ich bejahte, sagte jedoch gleich, ich würde mir die aus dem Führer ansehen wollen und fragte, ob er eine andere, gute kenne. Denn hier in Thailand lebt man, sogar schon nach den Erfahrungen nur zweier Tage, mit der ständigen Skepsis hilfsbereiten Menschen gegebenüber. Die sind zwar immer äußerst nett und nehmen sich viel Zeit, dir Dinge zu erklären, jedoch meistens nur, weil sie dafür bezahlt werden, Touristen anzulocken.
Jedoch antwortete dieser, dass das guesthouse echt schön sei, in dem er gerade wohne und bat an, zu fragen, ob dort wohl noch Platz für mich wäre, handelte den Preis pro Nacht noch um 50 baht runter und begleitete mich dorthin. Unterwegs stellte sich heraus dass er in Berlin lebt und somit war das gestammel auf englisch beendet und wir unterhielten uns lebhaft auf deutsch - schon wieder sehr seltsam, deutsch zu reden, nachdem ich das in den letzten Tagen nicht einmal gemacht hatte.
Er bot mir an, mein Gepäck auf seinem Zimmer abzustellen, während ich wartete, dass die Zimmer um zwölf eincheck bereit waren, sagte er würde zum frühstücken und schreiben (er ist Schriftsteller und schreibt seit 7 Jahren an einem Roman, der in den nächsten 3 Monaten fertig werden muss) in ein Cafe gehen, ich könne duschen, schlafen, mitkommen, wie auch immer mir beliebe. Oder auch weiterziehen und schauen, ob ich etwas anderes fände, dass mir mehr zusage.
Nachdem er gegangen war, fing ich wieder an, nach schönen Unterkünften zu suchen. Denn als ich das Bad sah, war ich etwas abgeschreckt: winzig, mit dusche über der Toilette. Nicht so mein Fall.
Also machte ich mich auf, ein Anlage zu suchen, auf der mehrere Bungalows vermietet werden, sogar mit einem dazugehörigen Pool, anscheinend "die bagbacker absteige schlechthin". Leider natürlich voll belegt. So ein Mist. Also lief ich die Straße nochmal ein Stück zurück, und sah dort einen wunderschönen Hof, der wohl auch zu einem guesthouse gehörte. Nicht lange gefackelt, fragte ich nach einem Zimmer und Preisen, sah mir die gemütlich eingerichteten, aber sehr schlichten Zimmer an, und beschloss, hier zu bleiben. Um ehrlich zu sein ist es nicht die schönste Unterkunft, noch dazu nachdem ich mit dem ersten hostel so verwöhnt wurde, aber es kommt weder ekel auf, wenn ich Barfuß rumlaufe, noch stört es mich, in meinem Hüttenschlafsack zu schlafen.
Insofern bin ich sehr zufrieden. Das waschbecken ist zwar leider ein bisschen eklig, aber das ist nicht weiter schlimm, die Wäsche habe ich dann halt in meinen Händen unter der dusche gewaschen und zum zähneputzen nehme ich sowieso das Wasser aus der Flasche.
nachdem ich mir den Reiseführer noch einmal näher angeschaut hatte, und feststellte, dass Chiang Mai an sich nicht so spannend ist, sondern eher die Umgebung, machte ich mich trotzdem auf den Weg, ein wenig herum zu wandern, den Fotoapparat in der Hand und besichtigte einige Tempel. Man muss dazu sagen, dass sich in Thailand wohl fast alle Tempel ein wenig gleichen, doch einer war wundervoll, scheinbar in der Obhut von Mönchen, die ihr "Wohnheim" praktisch daneben stehen hatten. Noch dazu schien die Sonne prall und heiß, wodurch bestimmt einige, wirklich schöne Fotos enstanden sind.
Anschließend, nachdem ich grauenvoll schwitzend auf einmal von der Müdigkeit übermannt wurde, machte ich mich auf den Heimweg, auf dem ich einige Jungen beim baden im Fluss beobachtete. Leider habe ich mich nicht getraut, auch davon ein Foto zu machen, denn hier gilt das als unhöflich und ich habe mich auch nicht getraut, sie zu fragen, ob ich ein Foto machen dürfe. Daran muss ich wohl noch arbeiten!
Auf dem Weg lief ich an einem kleinen Restaurant vorbei, das sehr günstig Frühstück anbot und ich dachte mir im Vorbeigehen, dass ich mir das für morgen früh merken solle. Also drehte ich mich noch einmal um, um mir die Karte anzusehen und mein Blick fiel auf das Mittagsangebot. Also setzte ich mich kurzentschlossen und bestellte ein gelbes Hühnchencurry, Reis und eine Cola. Unbeschreiblich lecker. Nur eine Sache ist mir nun mehrmals aufgefallen und ich finde sehr lustig: Cola und sprite (wie vermutlich auch die anderen softdrinks) schmecken hier total anders.
Halt Stop, eine Sache habe ich vergessen: nachdem ich in diesem wunderschönen Tempel war, ging ich in einen angrenzenden 7/11 (eine Supermarktkette in Thailand, die man an praktisch jeder Straßenecke findet) und holte mir eine Erdbeerfanta. Einfach so, aus Neugierde. Hätte ich mal lieber gelassen, total ekliges pappsüßes Gesöff, aber eine Erfahrung war es wert. Was ich an diesen Läden faszinierend finde ist, dass die dort Getränkspender haben, also nimmst du dir einen Becher, füllst ihn mit dem Getränk deiner Wahl und zahlst dann am Ende ca 37 Cent für einen halben oder dreiviertel Liter Softdrink. Sowas wäre in Deutschland unvorstellbar.
Also, zurück zur Geschichte, ich lief also wieder zurück zum Hotel, mit dem Vornehmen, ein wenig die Basics der Sprache zu lernen und legte mich, dort angekommen auf mein Bett, wo ich 5 Minuten später auch schon eingeschlafen war und schlief für 3 Stunden. Klar irgendwo schade, den Tag so verstreichen zu lassen. Aber ehrlich gesagt tut es mir so gut, gerade einfach mal alleine und für mich zu sein, dass ich hier wohl jetzt bis morgen bleiben werde, und die Ruhe und Erholung nach dem lauten, immer unruhigen Bangkok, genießen werde, bevor morgen die 5 Engländer, die ich in Bangkok kennengelernt habe, ankommen werden, und hier wieder Tohuwabohu herrschen wird.

Außerdem habe ich den Plan, morgen den doi-inthanon Nationalpark zu besuchen und ich vermute, dass ich dazu all meine Energie gut brauchen können werde.

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